Erlös
Leistungsumfang und Erlös abgleichen
Übernimm Angebot und vereinbarte Nachträge, ohne Anzahlungen doppelt zu zählen.
Die Bilder sind geliefert und der Kunde ist zufrieden. Trotzdem weißt du noch nicht, ob der Auftrag wirtschaftlich so gelaufen ist wie geplant. Zwei zusätzliche Abstimmungen, längere Fahrten und eine weitere Korrekturrunde fallen im Alltag leicht unter den Tisch. Eine Nachkalkulation macht diese Arbeit sichtbar: Du vergleichst dein Angebot mit den tatsächlichen Stunden und Kosten und nimmst eine konkrete Erkenntnis in das nächste Angebot mit.
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Das Wichtigste in Kürze
Vergleiche nach dem Auftrag den vereinbarten Nettoerlös, die geplanten und tatsächlichen Arbeitsstunden sowie direkte Kosten für Reise, Fremdleistungen und Korrekturen. Bewerte Eigenzeit mit einem konsistenten internen Kostensatz und leite aus den Abweichungen konkrete Änderungen für das nächste Angebot ab.
Dieser Rückblick passt zu abgeschlossenen Fotoaufträgen, für die du Angebot, Zeitnotizen und Kostenbelege zusammenführen kannst. Geht es um die Zahlungsfähigkeit über mehrere Monate, nutze stattdessen die Liquiditätsplanung. Hier interessiert zunächst, welche Leistung du zu welchem Aufwand erbracht hast. Eine noch offene Rechnung und ein bereits bezahlter Auftrag können dieselbe Kostenstruktur haben, wirken aber unterschiedlich auf deinen Kontostand.

Erlös
Übernimm Angebot und vereinbarte Nachträge, ohne Anzahlungen doppelt zu zählen.
Eigenzeit
Zähle Vorbereitung, Reise, Aufnahme, Nacharbeit und Abstimmung mit.
Direkte Kosten
Erfasse Reisen, Fremdleistungen und weitere direkt verursachte Kosten.
Erkenntnis
Benenne die Abweichungsursache und eine nachvollziehbare Änderung.

Vollständige Zeit und Kosten
Lege das ursprüngliche Angebot und alle gemeinsam vereinbarten Nachträge daneben. Notiere den gesamten vereinbarten Erlös für genau diesen Leistungsumfang. Anzahlungen sind Teil dieses Erlöses und werden nicht noch einmal zusätzlich gezählt. Ordne Briefing, angemessene auftragsbezogene Akquiseanteile, Vorbereitung, Reise, Aufbau, Aufnahme, Sicherung, Auswahl, Retusche, Korrekturen, Lieferung und Verwaltung zu. Bei mehreren Aufträgen am selben Tag verteilst du gemeinsame Zeiten nachvollziehbar, statt sie jedem Auftrag vollständig anzurechnen.
Ergänze direkte Auftragskosten wie Bahnfahrt, Unterkunft, Parken, gemietetes Zubehör oder externe Retusche. Reisezeit und Reisekosten sind zwei unterschiedliche Positionen: Die eine bindet deine Arbeitszeit, die andere verursacht eine Ausgabe. Bei Fremdleistungen bleibt deine eigene Zeit für Briefing, Übergabe und Qualitätsprüfung bestehen. Prüfe Belege und kennzeichne fehlende Werte als Schätzung. Vergleiche anschließend nicht nur eine Gesamtsumme, sondern die Stellen, an denen der tatsächliche Aufwand von der Planung abwich.
Wähle für Soll und Ist dieselbe Kostenbasis. Im folgenden Beispiel wird für einen vorsteuerabzugsberechtigten Betrieb netto gerechnet. Nicht abziehbare Umsatzsteuer gehört dagegen in die Kostenbasis. Die Eigenzeit wird mit einem angenommenen internen Vollkostensatz bewertet, der kalkulatorische Eigenarbeit und einen zugeordneten Gemeinkostenanteil enthält. Direkte Auftragskosten kommen separat hinzu und dürfen nicht nochmals im Stundensatz stecken. Auch allgemeine Verwaltungs- oder Akquiseanteile werden nur einmal zugeordnet. Prüfe deinen eigenen Satz anhand deiner betrieblichen Kalkulation; er ist weder ein Marktpreis noch dein persönlicher Nettoverdienst.
Fünf Schritte zur Nachkalkulation
Werte den Auftrag zeitnah aus, solange du dich an zusätzliche Schleifen und ihre Ursachen erinnerst. Wenn Zeiten nicht aufgezeichnet wurden, rekonstruiere sie anhand von Kalender und Arbeitsnotizen und markiere die Unsicherheit. Trenne einen ungewöhnlichen Einzelfall von einem wiederkehrenden Muster. Für das Folgeangebot brauchst du eine greifbare Änderung: mehr Zeit für die Abstimmung, eine genauere Retuschegrenze oder eine vorher bestätigte Reiseplanung. Ein bloßes „nächstes Mal teurer“ erklärt noch nicht, was sich im Leistungsrahmen ändern soll.

Schritt 01
Bestimme den vereinbarten Leistungsumfang und den zugehörigen Gesamterlös.
Schritt 02
Ordne jede Arbeitsphase zu und kennzeichne rekonstruierte Zeiten als Schätzung.
Schritt 03
Prüfe Reise, Fremdleistungen und Korrekturen auf eindeutige Zuordnung.
Schritt 04
Nutze dieselbe Steuer- und Kostenbasis sowie denselben internen Kostensatz.
Schritt 05
Leite eine konkrete Anpassung für den nächsten vergleichbaren Auftrag ab.
Soll-Ist-Vergleich mit Rechenbeispiel
Das vereinfachte Beispiel zeigt einen Fotoauftrag mit 1.800 € vereinbartem Nettoerlös. Geplant waren 20 Stunden Eigenarbeit und 300 € direkte Kosten; tatsächlich wurden es 26 Stunden und 450 €. Für beide Seiten gilt der angenommene interne Vollkostensatz von 50 €/h. Die zusätzlichen sechs Stunden kosten in dieser Rechnung 300 €, die direkten Mehrkosten weitere 150 €. Zusammen sinkt der kalkulatorische Rest um 450 €. Die Zahlen sind frei gewählte Rechenannahmen, keine Preisempfehlung für Fotografen.
| Position | Soll laut Planung | Ist nach Abschluss |
|---|---|---|
| Vereinbarter Nettoerlös | 1.800 € | 1.800 € |
| Gesamte Eigenarbeitszeit | 20 Stunden | 26 Stunden |
| Direkte Auftragskosten | 300 € | 450 € |
| Interne Zeitkosten bei 50 €/h | 20 × 50 € = 1.000 € | 26 × 50 € = 1.300 € |
| Kalkulatorischer Rest vor Ertragsteuern | 1.800 − 300 − 1.000 = 500 € | 1.800 − 450 − 1.300 = 50 € |
Drei typische Auftragsauswertungen
Für eine Portraitserie waren eine abgestimmte Bildauswahl und eine Korrekturrunde vorgesehen. Im Verlauf kommen Rückmeldungen mehrerer Personen nacheinander. Erfasse, wie viel Zeit das Sammeln, Rückfragen und erneute Exportieren tatsächlich beansprucht hat. Für den nächsten vergleichbaren Auftrag kann eine gebündelte Rückmeldung durch eine zuständige Person sinnvoll sein. Beschreibe den enthaltenen Korrekturumfang genauer und plane den realistischen Abstimmungsaufwand ein. Bereits bestehende Vereinbarungen werden durch deine Nachkalkulation nicht rückwirkend geändert.
Der Einsatz endet später, die Rückfahrt dauert länger und die Datensicherung benötigt mehr Zeit als angesetzt. Trenne Fahrtkosten von Fahrstunden und erfasse auch die Arbeit nach der Reportage. Prüfe, welcher Anteil außergewöhnlich war und welcher regelmäßig vorkommt. Eine neue Kalkulation kann ein realistisches Reise- und Nachbereitungsfenster enthalten. Aus dem Rückblick entsteht zunächst eine interne Erkenntnis; eine zusätzliche Forderung an das Brautpaar folgt daraus nicht automatisch. Änderungen des vereinbarten Umfangs müssen gesondert abgestimmt werden.
Ein Dienstleister bearbeitet die Bilder, während du Briefing, Transfer und Qualitätskontrolle übernimmst. Der Fremdpreis allein beschreibt deshalb nicht den gesamten Aufwand. Vergleiche die Rechnung mit den eigenen Stunden und ordne zusätzliche Abstimmungen den jeweiligen Ursachen zu: unklare Referenzen, neue Varianten oder eine geänderte Auswahl. Für das nächste Angebot kannst du die Anforderungen früher bestätigen, eine repräsentative Testbearbeitung vorsehen und die verbleibende Eigenzeit realistischer ansetzen. Zähle dieselbe Retuscheleistung nicht zugleich als Fremdkosten und als selbst ausgeführte Arbeitszeit.
Auftrag: Businessportraitserie. Soll: 1.800 € Erlös, 20 Stunden, 300 € direkte Kosten. Ist: gleicher Erlös, 26 Stunden, 450 € direkte Kosten. Abweichung: sechs zusätzliche Stunden und 150 € Mehrkosten; der kalkulatorische Rest sinkt von 500 € auf 50 €. Ursache: zusätzliche Abstimmung und ein weiterer Einsatz vor Ort. Maßnahme: Im nächsten vergleichbaren Angebot Rückmeldungen bündeln, den enthaltenen Umfang genauer beschreiben und den zusätzlichen Zeitbedarf in der Planung berücksichtigen. Verantwortlich: die Person, die das nächste Angebot erstellt. Anwendung: vor dessen Versand anhand dieser Auswertung prüfen. Die 50 € sind ein Rest unter den gewählten Kostenannahmen vor Ertragsteuern, kein nachgewiesener steuerlicher Gewinn. Als ergänzende Kennzahl ergeben sich (1.800 − 450) / 26 = 51,92 € je Eigenarbeitsstunde vor Bewertung von Eigenzeit und Gemeinkosten. Auch das ist kein persönlicher Stundenlohn. Führe diese Vorlage in deiner eigenen Arbeitsunterlage; GalleryDock unterstützt später die Bereitstellung fertiger Kundenbilder.
Häufige Fragen
Vergleiche vereinbarten Erlös, geplante und tatsächliche Eigenzeit sowie direkte Kosten für denselben Leistungsumfang. Ergänze die Ursache wichtiger Abweichungen und eine konkrete Änderung für das nächste Angebot. Anzahlungen zählen nicht zusätzlich zum vereinbarten Gesamterlös.
Erfasse Briefing, Vorbereitung, Reise, Aufbau, Shooting, Sicherung, Auswahl, Retusche, Korrekturen, Lieferung und auftragsbezogene Verwaltung. Teile gemeinsame Zeiten nachvollziehbar auf. Schätzungen müssen als solche erkennbar bleiben.
Reisezeit gehört zur Eigenzeit, Reiseausgaben zu den direkten Kosten. Bei externen Leistungen zählen die Rechnung und deine eigene Koordinations- und Prüfzeit getrennt. Achte darauf, dieselbe Leistung nicht doppelt zu verrechnen.
Stelle Soll und Ist auf derselben Netto- beziehungsweise Steuerbasis gegenüber. Bewerte Eigenzeit mit einem konsistenten internen Kostensatz und ordne direkte Kosten separat zu. Untersuche Zeit- und Kostenabweichungen einzeln, bevor du den Restbetrag interpretierst.
Der kalkulatorische Rest hängt davon ab, welche Kosten im internen Satz und in den direkten Kosten enthalten sind. Er ist nicht automatisch der steuerliche Gewinn oder dein persönlicher Verdienst. Gemeinkosten, Eigenarbeitsbewertung und Ertragsteuern müssen sauber eingeordnet werden.
Passe genau die Annahme an, die sich als unzutreffend erwiesen hat: etwa Reisezeit, Abstimmungsumfang oder Korrekturrunden. Beschreibe Leistungsgrenzen verständlich. Eine interne Nachkalkulation ändert bestehende Vereinbarungen nicht rückwirkend; Nachträge werden gesondert abgestimmt.
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Den bereits kalkulierten Preis zum vereinbarten Leistungsrahmen verständlich erklären.
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